Samstag, 1. Dezember 2012

Ein wenig Urlaub braucht der Mensch ... oder zumindest die Lisa (Teil 2)

Wie der Titel schon sagt, brauchte ich nach dem wirkliche anstrengenden und stressigen 2ten Jahr einmal richtig Urlaub. So habe ich mich nach dem unten erwähnten Wochenende mit meinen beiden Freundinnen aus dem Nest tiefer in die Schweiz hineinbegeben.
Von Luzern aus ging es los - teilweise mit Gepäck von 6 Wochen Praktikum .
Vor uns lag eine Woche in einer einsamen Hütte ohne Strom und nur mit Plumpsklo mitten in den Bergen St.Gallens am Fuß der Kurfirsten.

Was im ersten Moment nach einem nicht ganz so entspannten und angenehmen Urlaub klingt, war eine wunderbare Zeit.
Unser Speisplan war nach einem Einkauf im Dorf so abwechslungsreich gefüllt, wie wir es uns selbst kaum hätten ausmalen können. Wir haben einfach all unser Koch(un)wissen zusammengeschmissen, ausprobiert und improvisiert und waren bestens versorgt - außerdem schmeckt das Essen bei einem solchen Ausblick ja gleich dreimal so gut =).
Neben Essen zubereiten und verspeisen standen natürlich noch andere Dinge auf unserem Programm. Neben viel Zeit zum Lesen, Schreiben, Nachdenken, Quatschen, Malen, Singen, Lachen und Gesellsachaftsspiele spielen durften natürlich auch Wanderungen in und vor allem AUF die Berge nicht fehlen.


Ich für meinen Teil muss zugeben noch nie wirklich gewandert, sondern die Berge nur im Winter auf 1-2 Brettern runtergeflitzt zu sein.
Um den Auf- und Abstieg nicht in der größten Mittagshitze zu machen, ging es noch vor Sonneaufgang los. Wir wollten den Selun erklimmen!
Der Aufstieg war zwar herausfordernd, aber allein die Aussicht hierbei war die Mühe wert.




Das Erlebnis auf dem Gipfel anzukommen war genial, die Sicht, die man von dort aus hat gigantisch und es zeigt einem ganz neu auf, was für ein genialer Schöpfer wohl hinter all dem stecken muss.

Der Abstieg war für mich eine ziemliche Tortour, da mein Knie streikte und meine Augen mit der grellen Sonne nicht klarkamen, sodass ich die ganze Zeit über heulen musste. Nach diesem Erlebnis wollte ich eigentlich nie wieder auf irgendeinen Berg, aber nach einer Runde schlafen, duschen und essen sah die Welt schon wieder ganz anders aus.
So kam es, dass wir zwei Tage später den Chässerug in Angriff nahmen. Dies ist der höchste Punkt im Toggenuburg. Zum Glück hatten wir Gutscheine für die Bergbahn, sodass wir nur noch die Hälfte der Strecke wandern mussten. Hier oben gab es einen wunderschönen Blumenpanoramarundweg und ein tolle Aussicht auf den Walensee.


Beim Abstieg machten wir noch kurz Halt am bzw. im Schwendisee, der uns als Abkühlung mehr als gelegen kam und dann ging erschöpft aber glücklich zurück zu unserer Hütte.

Ansonsten ging es auf Erkundungstouren durch die Gegend, per Anhalter zum Einkaufen, zum Schwimmen in den Bergbach unterm Haus oder einen Tag an den Walensee.


Am letzten Abend durften wir noch ein spektakuläres Gewitter von unserer Veranda aus beobachten und am nächsten Morgen kam doch tatsächlich ein ECHTER Viehtrieb die Straße vor der Hütte entlang.

Dann hieß es aber schon wieder Abschied nehmen von diesem wunderbaren Fleckchen Welt und ab in den Zug Richtung Nest. Die Zugfahrt war nicht minder interessant und endete damit, dass wir ungeplant in der ersten Klasse reisen durften =)
Alles in allem war es einer der schönsten Urlaube in meinem Leben und ich kann die Schweiz auch im Sommer jedem nur wärmstens empfehlen.

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